Aufwertung Berufsfelder
Pflege, Betreuung, Bildung, Reinigung und Verkauf verdienen Respekt – und bessere Bedingungen, wo sie nötig sind. Aber nicht jede berechtigte Forderung rechtfertigt automatisch mehr staatlichen Eingriff. Dieses Postulat will Löhne und Arbeitsbedingungen politisch «aufwerten» – und verschiebt damit Verantwortung von den Sozialpartnern zum Staat. Genau das ist problematisch. In der Schweiz regeln Gesamtarbeitsverträge und Sozialpartnerschaft solche Fragen grundsätzlich besser, praxisnäher und differenzierter. Besonders heikel wird es dort, wo der Kanton über Subventionen und Leistungsverträge indirekt in die Lohnbildung privater Trägerschaften eingreifen soll. Das führt zu mehr Staat, mehr Kosten und einer schleichenden Politisierung des Arbeitsmarkts. Wertschätzung ja – aber nicht über staatliche Lohnlenkung und ordnungspolitisch fragwürdige Eingriffe. Das Postulat wurde abgelehnt.
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